Wie Gebäude im Frühling wieder in Bestform kommen

Der Winter beansprucht Gebäude stärker, als man auf den ersten Blick sieht: Streusalz, Feuchtigkeit und Schmutz lagern sich ab und fordern Materialien und Technik. Der Frühling ist deshalb der ideale Zeitpunkt, um Liegenschaften gründlich zu reinigen und für die wärmere Jahreszeit fit zu machen. Diese Massnahmen sind jetzt besonders wichtig.

Der Übergang vom Winter zum Frühling ist für das Facility Management eine zentrale Phase. Während die Unterhaltsreinigung im Winter vor allem der Schadensbegrenzung dient, geht es im Frühling darum, die angesammelten Rückstände konsequent zu entfernen, Oberflächen zu schützen und sicherheitsrelevante Bereiche zu überprüfen. Für Heime und Spitäler, in denen Hygiene, Sicherheit und ein funktionierendes Umfeld zentral sind, hat diese Phase eine besondere Bedeutung.

Pflege für beanspruchte Zonen

Die grössten Spuren hinterlässt der Winter auf Böden. Hartbeläge sind mit Feuchtigkeit, Salz und einem feinen Schmutzfilm überzogen. Diese Rückstände lassen sich mit normaler Unterhaltsreinigung nicht vollständig entfernen. Eine gezielte Grundreinigung schafft Abhilfe. Sie löst hartnäckige Salzrückstände, befreit Poren von Schmutz und bereitet die Oberfläche für die Pflege oder Neuversiegelung vor. Das schützt die Optik und erhöht die Lebensdauer des Materials. In Teppichen hingegen sammelt sich Feinstaub an, der im Winter vermehrt eingeschleppt wird. Eine Intensivreinigung verbessert das Raumklima spürbar und fällt bei sensiblen Einrichtungen wie Pflegeheimen besonders ins Gewicht.

Stark belastete Eingangsbereiche

Schmutzschleusen, Mattenzonen und Windfänge gehören zu den klassischen Schutzsystemen eines Gebäudes. Im Frühling sollten sie nicht nur tiefengereinigt, sondern auch hinsichtlich ihrer Grösse und Effizienz überprüft werden. Reichen die Matten und wurden sie in der richtigen Kombination eingesetzt? Der Frühling ist der geeignete Zeitpunkt, um allfällige Optimierungen für die nächste Wintersaison zu prüfen. Glasflächen, Türsysteme und Rahmen runden die Auffrischung der Eingangsbereiche ab. Zudem zeigt sich, ob die kalten Temperaturen oder die Feuchtigkeit Schäden verursacht haben.

Tiefgarage – eine unterschätzte Problemzone

Ein Bereich, der besonders unter Streusalz leidet, sind Tiefgaragen. Salzrückstände wirken korrosiv auf Beton, Beschichtungen, Fugen und Metallteile. Wird das Salz im Frühling nicht gründlich entfernt, drohen mit der Zeit Schäden und hohe Sanierungskosten. Eine professionelle Nass- oder Scheuersaugreinigung befreit Fahrspuren, Parkfelder und Rampen vom Salz. Ebenso wichtig ist die Reinigung von Rinnen und Abläufen. Nur so kann salzhaltiges Schmelzwasser hindernisfrei ablaufen, was die Sicherheit erhöht und die Rutschgefahr reduziert.

Fenster und Fassaden: mehr Licht, mehr Kontrolle

Die Frühlingsmonate bieten eine gute Gelegenheit, Fenster, Rahmen und Falze gründlich zu reinigen und eine Sichtprüfung auf Winterschäden vorzunehmen. Bei der Fassadenreinigung empfiehlt sich ein schonendes Vorgehen, abgestimmt auf Material und Verschmutzungsgrad. Algen, Staub und Umweltablagerungen lassen sich jetzt besonders gut entfernen. Auch Vordächer, das Aussenmobiliar und die Geländer sollten auf Schäden kontrolliert und gereinigt werden.

Hygiene und Raumklima stärken

Sanitärzonen profitieren von einer intensiven Entkalkung und Tiefenreinigung. Gerade in Heimen und Spitälern ist dies ein wichtiger Faktor für Hygiene und Wohlbefinden. Fugen, Armaturen und Abflüsse sollten gründlich überprüft und gereinigt werden. Sichtbare Lüftungselemente sollten ebenfalls gereinigt werden, um die Luftqualität zu verbessern. Ein gutes Raumklima schützt die Gesundheit und fördert das Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar.

Sicherheit in Aussenbereichen

Wege, Rampen, Treppen und Aufenthaltsflächen sind nach dem Winter oft von Splitt, Blättern und Schmutz bedeckt. Eine gründliche Reinigung reduziert Unfallrisiken und schafft ein gepflegtes Erscheinungsbild. Grünflächen werden vorbereitet, Mobiliar kontrolliert und defekte Teile repariert.

Planung, Dokumentation und Nachhaltigkeit

Damit der «Frühlingsputz» effizient ineinandergreift, lohnt sich eine enge Abstimmung zwischen Reinigung, Hausdienst und Gebäudetechnik. Die transparente Dokumentation hält die durchgeführten Massnahmen fest und hilft, den Werterhalt der Immobilien gezielt zu steuern. Nachhaltigkeit spielt dabei eine wachsende Rolle: materialschonende Reinigungsverfahren, korrekt dosierte Chemie und der gezielte Einsatz von maschineller Reinigung senken den Ressourcenverbrauch – ohne Abstriche bei der Qualität.

Matthias Dürig

ist Head of Cleaning Products & Performance bei ISS Schweiz

Checkliste: Frühlingsreinigung für Gebäude

Böden und Innenbereiche

·         Grundreinigung von Hartbelägen (inklusive Pflege/Versiegelung)

·         Intensivreinigung von Teppichen

·         Kontrolle und Reinigung der Eingangsbereiche und Schmutzschleusen

Gebäudehülle und Fenster

·         Fensterreinigung

·         Schonende Fassadenreinigung

·         Prüfung von Vordächern, Geländern und Aussenmobiliar

Tiefgarage

·         Nass- oder Scheuersaugreinigung der Bodenflächen

·         Reinigung von Rinnen und Abläufen

·         Sichtkontrolle auf Korrosions- oder Frostschäden

Sanitär und Raumklima

·         Entkalkung und Tiefenreinigung der Sanitärbereiche

·         Reinigung von sichtbaren Lüftungsauslässen

·         Kontrolle der Luftqualität

Aussenflächen

·         Entfernen von Splitt, Laub und Winterschmutz

·         Reinigung von Wegen, Treppen und Rampen

·         Vorbereitung von Grünflächen und Aufenthaltsbereichen

Planung und Nachhaltigkeit

·         Abstimmung zwischen Reinigung, Hausdienst und Technik

·         Dokumentation aller Massnahmen

·         Einsatz nachhaltiger Reinigungsverfahren

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